Die Gräfinnen - Ein Leseclub |
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Simenon, Georges - Maigret und der gelbe Hund1. Kurze Zusammenfassung |
Mostaguen: | Opfer, aber aus Versehen |
Dr. Michoux: | Handelt mit Grundstücken, lebt mit Mutter zusammen |
Jean Servières | Journalist (Joyard) |
Le Pommeret: | Schürzenjäger, alter Adel |
Léon Le Clérec: | Der verdächtige Fischer mit den grossen Füssen |
Emma: | Geliebte von Léon, Serviererin im Café |
Leroy: | Assistent vor Ort |
Gräfin 1 fand das Buch ok, es war kurzweilig, hat es in der strengen Zeit beim Arbeiten lesen können, war nicht zu anspruchsvoll. Sie hat aber kaum Zitate gefunden, der Schluss, die Auflösung des Falles hat ihr sehr gefallen. Ihr imponierte, dass Maigret die Schuld auf sich nahm am Schluss, damit Emma für die vergiftete Flasche keine Konsequenzen tragen muss. Die Gegend ist alles andere als anmächelig.
Gräfin 2 fiel der Obrigkeitsglaube der Leute im Ort auf; heute würde eine solche Geschichte nicht mehr funktionieren. Sie glaubt, dass in der Gegenwart nicht mehr so nach oben geschaut wird. (Da widersprechen Marina und Carmen) Der Kommissar ist selbstgefällig, eine dicke schwere Krabbe mit dem ganzen Wissen. Also für sie eher eine negative Person. Alle anderen Protagonisten stehen dumm herum, niemand kritisiert ihn oder stellt ihn in Frage. Sie findet das Buch und die Geschichte altbacken. Die Polizei wurde vom Bürgermeister des Ortes eingesetzt und bezahlt. Maigret kam aus Paris und mischte diese Chose auf. Aber warum waren diese Maigret –Bücher so erfolgreich damals? Was fanden die Leser an ihm?
Gräfin 3 unterstützt das. Heute sind Krimis besser aufgebaut, die Stränge und Informationen sind vielfältiger, man kann dem Detektiv folgen. Woher weiss Maigret die Lösung? Wir als Leser kriegen den Prozess zur Lösung nicht mit. So blieb sie als Leserin draussen. Alles empfand sie als Nebel- und Schattenhaft, es war wie ein Theater, man war unbeteiligt. An und für sich ist die Auflösung des Falles ok, die Sprache ist gut und angenehm. Das Buch warf Fragen auf, die man heute so nicht stehen lassen könnte. Es braucht mehr Logik und alles muss ersichtlicher sein.
Gräfin 4 konnte den Plot nicht richtig nachvollziehen, auch sie fühlte sich draussen, nicht in und an der Geschichte beteiligt. Sie wurde weder vom Ort, noch von der Story noch von den Hauptpersonen in Beschlag genommen. Es nahm ihr den Ärmel nie rein, das Buch zu lesen war bis zum Schluss ein Müssen.
Gräfin 5 ist sich ein anderes Tempo gewohnt. Ermittlungen finden heute anders statt. Jedem war von Anfang an klar, dass es einer de viel faulen Typen aus der Schankstube sein musste. Der Plot ist alles andere als weltbewegend. Dennoch hat sie das Buch an einem einzigen Abend gelesen, fand es sehr gut, hat ihr gefallen, weil es geradlinig war, kein Schickschnack, die Figuren waren gut gezeichnet, eine einfache Sprache. Sie konnte sich gut in die Stimmung hineinversetzen. Maigret als Person hat ihr gefallen. Sie konnte sich diesen Detektiv gut vorstellen. Sie bedankt sich bei Beni für einen fadengeraden Krimi ohne Kinderschänder und Obduktionen! Es sei fesselnd, spannend und nie langweilig gewesen.
Zitate:
S. 115 „Sie haben keine Feinde? Eben nicht, ich bin erst seit 2 Jahren hier!“
S. 18 „ Erinnerungen aus der guten alten Zeit, als wir noch so gut aussahen, dass wir uns Frauen ohne Geld anbieten konnten…“
S. 17 „Und der Hund?“
S. 174 „Und er hatte einen Anwalt gefunden, der noch galliger war als er selber, mit dem er sich ablöste.“
S. 173 „Maigret schaute die beiden an – ihn mit seiner aufgesprungenen Lippe, seinem kurzgeschorenen Haar und seiner Verbrechervisage, die begann, wieder menschliche Züge anzunehmen, sie mit ihrem armseligen Gesicht, das in diesem antiquierten Café verblasst war.“
S. 27 „Sie litt an Blutarmut. Ihre flache Brust war nicht dazu geschaffen, Sinnlichkeit zu erwecken.“
Krönchen: 3 x 4 und 3 x 3
Über 75 Maigret-Erzählungen; als beste galt lange „Maigret et le clochard“
13.12.2006