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zur Übersicht Twain, Mark - Bummel durch Europa
1. Kurze Zusammenfassung Reisebericht aus dem Jahre 1878. Mark Twain besuchte Deutschland, die Schweiz (Luzern, Interlaken), Italien und Frankreich. Wir lesen nur den letzten Band einer 5 teiligen Reihe. Satirisch nimmt Twain Europa unter die Lupe, ergötzt sich an Klischees und steckt den Finger rein, wo’s weh tut. Ob bei den Dreitausendern in der Schweiz, denen man am liebsten in respektvollen Abstand, nämlich von unten, begegnet oder vor den Bildern der Uffizien, die allerlei Fragen aufwerfen, Mark Twain nimmt die Reiselust umso genüsslicher aufs Korn, je mehr er sich von allem, was er sieht, beeindrucken und ergreifen lässt. So anregend ihm Natur- und Kunstschönes auf seiner Reise auch erschienen, das Essen in Europa trifft nicht auf seine Begeisterung. Mark Twain empfiehlt seinen amerikanischen Freunden, vor Antritt der Reise amerikanische Speisekarten auswendig zu lernen, als Trost gegen das entmutigende Angebot europäischer Hotelküchen. Richtig loslachen kannman auch bei der Szene, wo Twain beschreibt, wie er und sein Begleiter auf die Rigi kraxeln um den berühmten Sonnenaufgang zu sehen ...vergebliche Anstrengung; sie verschlafen jedesmal! Twain fabuliert, beobachtet, berichtet und erzählt; über ein Europa, wie es vor 130 Jahren war…aber zum Teil auch immer noch ist. 2. Über den Autor/die Autorin Mark Twain (amerik. Schriftsteller) (Samuel Langhorne Clemens) *30.11.1835 (Florida/Missouri) †21.04.1910 (Redding/Conneticut) Mark Twain, der Sohn einer verarmten Südstaatlerfamilie schlug sich als Drucker, Lotse auf einem Mississippidampfer, Goldgräber und Journalist durchs Leben.
1861 legte er sich das Pseudonym Mark Twain zu (Mark Twain ist ein Ruf der Grundloter auf dem Mississippi und bedeutet zwei Faden/zwölf Fuß). Sein Erzählung »Jim Smiley und sein Springfrosch« (1865) machten ihn mit einem Schlag berühmt. 1867 unternimmt er eine Mittelmeerreise mit dem Raddampfer »Quaker City«, die er 1869 in seinem Buch »Die Arglosen im Ausland« verarbeitet. Damit wurde er zum höchstbezahlten Schriftsteller seiner Zeit. 1870 heiratet Mark Twain die teilweise gelähmte Olivia Langdon, die Tochter eines reichen Industriellen. Er investiert ab 1880 erhebliche Geldsummen in eine Erfindung von James Page (eine Schriftsetzermaschine), was neben anderen Schulden schließlich (1894) zum Bankrott führt. Vortragsreisen führen ihn um die ganze Welt und werden zu einem großen Erfolg. Sein Alter war von persönlichem Unglück überschattet (Tod der Lieblingstochter Susy 1896, Tod Olivias 1904, Tod der Tochter Jean 1909). 3. Diskussion zum Thema Gräfin 1 hat das Buch in in den Ferien am Meer gelesen, das war noch speziell. Sie hat sich nie gelangweilt, kein Wort war zuviel, die treffenden Ausdrücke haben ihr gut gefallen. Sie war begeistert von Twains Beobachtungsgabe, er erzählt kurz, prägnant, spannend und überaus süffig seine Erlebnisse. Gräfin 2 hat das Buch sehr gut gefallen, sie schmunzelte von Anfang bis zum Ende, aber sie hat die Zeit unterschätzt, die diese Buch zum Lesen in Anspruch nimmt. Das Buch ist mit unserem europäischen Hintergrund sicher lustiger zu lesen als für Amerikaner oder Asiaten. Gräfin 3: Auch ihr hat das Buch ausnehmend gut gefallen, doch sie hat ebenfalls den enormen Zeitaufwand unterschätzt, den diese Buch abverlangt. Sie fand die Einschübe mit den Sagen und Gedichten spannend, die Beschreibung der unfreundlichen Bediensteten in Baden-Baden brachten sie zum Lachen. Auch die Bildbeschreibungen fand sie gelungen und spannend zum Lesen. Gräfin 4: Sie hat ebenfalls zu spät mit Lesen angefangen. Schade, es wäre ein Reise-Lesebuch, aber in ihren Ferien blieb es zu Hause. Beim Lesen hat sie oft gelacht, pointiert und interessant waren die Reiseberichte. Leider musste sie es im Stress lesen und konnte es daher zu wenig geniessen. Sie amüsierte sich vor allem an der typisch amerikanischen Überheblichkeit, die Twain an den Tag legte. Gräfin 5: Sie hat grosse Mühe gehabt mit dem Buch. Der Einstieg war nicht gut, die Berichte im Schwarzwald waren für sie ätzend, die empfand die Hauptperson als eine Art „Baron von Münchhausen“. Es kamen ihr immer wieder die beiden Begriffe Hochmut und Dummheit in den Sinn, aber doch wurden diese Empfindungen wieder durchbrochen mit der selbstironischen Art, wie Twain seine Anekdoten brachte. Es ist eine amerikanische, distanzierte Beschreibung einer Reise durch Europa. Sie nahm Twain den Zynismus nicht ab, sondern empfindet ihn als überheblich und herablassend. Im Anhang zum Buch „über die schreckliche deutsche Sprache“ fand sie Gefallen an Mark Twain, er ist ein Virtuose mit der Sprache! Zum Bummel hat sie den Zugang nicht gefunden. Gräfin 6: Ihr hat das Buch ausgezeichnet gefallen. Selten konnte sie sich auf so hoch stehendem Niveau so unterhalten fühlen. Die Beschreibungen treffen erstaunlicherweise noch heute mitten ins europäische Herz. Klischees sind nicht so schnelllebig wie Modetrends! Spannend war vor allem die ausführlichen Reiseberichte aus Luzern und der Rigi. Eines der besten Reisebücher, das sie je las. 4. Zum Weiterlesen 1876 Die Abenteuer Tom Sawyers (dt. 1876) 1881 Prinz und Bettelknabe (dt. 1956) 1883 Leben auf dem Mississippi (dt. 1890) 1885 Abenteuer und Fahrten des Huckleberry Finn (dt. 1890) 30.08.2006
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