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zur Übersicht Bennett, Alan - Die souveräne Leserin 1. Kurze Zusammenfassung
Als Queen Elizabeth II. eines Tages ihre ungezogenen Hunde im Schlossgarten jagt, entdeckt sie den Bücherbus der Gemeinde. Dort trifft sie neben dem Bibliothekar auch Norman, einen Küchenjungen aus ihrem Palast, der leidenschaftlich gerne liest.
Die Queen leiht aus Höflichkeit ein Buch einer gewissen Ms. Compton-Burnett, das sich als sperrig erweist. Aber ihre Leselust ist geweckt. Mit dem Bücherkenner Norman schließt sie so viel „Freundschaft“, wie es einer über 80-jährigen Monarchin möglich ist: Sie macht ihn zum „Pagen“, in Wirklichkeit zu ihrem persönlichen Assistenten in literarischen Fragen.
Sie, die ihr Leben lang eine praktisch veranlagte, schnörkellose Frau der Tat war, wird zur begeisterten Leserin. Zuerst liest sie unsystematisch, später immer gezielter. Im Gespräch mit Norman, der zuerst noch ihre Bücherlisten zusammenstellt, schärft sie ihren Geschmack und ihre Urteilskraft. Im Laufe der Zeit wählt sie ihre Bücher dann immer selbstständiger aus. Aus Elizabeth II., Königin des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Nordirland, wird im wahrsten Sinne des Wortes "die souveräne Leserin", so der deutsche Titel des kleinen, feinen Romans von Alan Bennett.
Nicht nur ihr Horizont erweitert sich, auch ihr Verständnis und ihre Sympathie für andere Menschen wachsen. Zudem beginnt sie, ihre Pflichten nachlässiger zu erfüllen. Sie kleidet sich nicht mehr ganz so akkurat, registriert nicht mehr jede Unzulänglichkeit ihrer Mitmenschen, denn ihre Aufmerksamkeit wird von der Literatur beansprucht. Repräsentative Pflichten werden ihr lästig, die Gespräche mit ihren Untertanen weniger stereotyp und damit überraschender und damit gefährlicher, weil weniger vorhersehbar für die Protokollbeamten.
Die Veränderung der Queen ist vielen am Hof ein Dorn im Auge, und nicht nur ihr Privatsekretär versucht, wieder die disziplinierte, fehlerlose Repräsentantin aus ihr zu machen. Denn, wie die Queen am Anfang selbst noch weiß: Eine Königin hat keine Interessen zu haben, schon gar keine eskapistischen wie Lesen, sie hat Interesse an ihren Untertanen zu zeigen und niemanden durch persönliche Hobbies auszuschließen. Die Höflinge schrecken auch vor Intrigen nicht zurück, um sie dem „Einfluss“ des neuen Pagen und der Bücher zu entziehen. Aber die Veränderung ist unumkehrbar, die Königin hat neue Welten entdeckt. Sowohl die Welt der Bücher als auch die "reale" Welt sind ihr bewusster und verständlicher geworden. Schließlich wird ihr auch ihre eigene herausgehobene Rolle und die damit einhergehende Verantwortung klar.
2. Über den AutorAlan Bennett, 1934 in Leeds geboren, hat in Oxford studiert und kurzzeitig auch unterrichtet. Anfang der 1960er Jahre trat er beim Edinburgh Festival auf; seitdem arbeitet er als Autor, Schauspieler und Regisseur für Theater, Radio, Film und Fernsehen. In Grossbritannien gilt er als einer der führenden Bühnen- und Drehbuchautoren, die von ihm geschriebenen TV-Serien, in einigen wirkte er auch selbst mit, mit ihren spitzzüngigen Dialogen haben längst Kult-Status erreicht. Er erhielt zahlreiche Preise und Ehrungen, u.a. für das Theaterstück und den darauf basierenden Film “The Madness of King George” (deutscher Titel: King George: Ein Königreich für mehr Verstand), für dessen Drehbuch er 1995 für den Oscar nominiert war. Bennetts wenige Erzählungen und seine Erinnerungen waren Bestseller.
3. Diskussion zum Thema Krönchen: 6 (4x6; 1x5;1x4) 4. Zum Weiterlesen 5. Diverses6. Neue Aufgabe/nächste Zusammenkunft 02.12.2009
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